Seenland-Route



Lausitzer Seenland anno 2012

Variante von Radfahren macht Spass


Warum eine Variante von Radfahren macht Spass, warum die Angabe der Jahreszahl?

Hier, im Lausitzer Seenland, ist vieles noch am Entstehen, so auch die Seenland-Route, wenn auch der Radweg schon zum größten Teil fertig ist. Es gibt allerdings noch einige Lücken, trotzdem bin ich die Seenland-Route so authentisch wie möglich gefahren, im gesamten Radtourenverlauf konnte ich immer wieder das Zeichen der Seenland-Route an den Wegen finden, und so denke ich, diese von mir geradelte Radtour trifft wohl so ziemlich genau den Verlauf der Seenland-Route.

Der Senftenberger See, dessen Umrundung auch zur Seenland-Route gehört, ist nicht Bestandteil der von mir geradelten Tour, das ist eine Radtour, die ich an anderer Stelle vorstellen möchte.

Aus Tagebauen, in denen 150 Jahre lang Braunkohle abgebaut wurde, entsteht hier eine wohl einzigartige Seenlandschaft, sie umfasst insgesamt 30 Seen, alles geflutete ehemalige Abbaugebiete.

Wer die Zeit findet und sich den noch offenen Tagebau Nochten ansieht, bekommt so ungefähr eine Vorstellung, wie das hier vor einigen Jahren mal ausgesehen hat. Die großen Erfolge der Renaturierung sieht man besonders eindrucksvoll am Senftenberger See, hier sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen. Aber auch entlang der Seenland-Route kann man die Erfolge dieses Vorhabens, ein Gebiet, das vor Jahren wohl eher einer Mondlandschaft glich, der Natur zurückzugeben, eindrucksvoll beobachten.

Da ich bisher zur Seenland-Route noch keine Beschreibung im Internet finden konnte, gibt es an dieser Stelle von mir eine etwas ausführlichere Routenbeschreibung.




Routenbeschreibung


das "Tor" zum Lausitzer Seenland
das "Tor" zum Lausitzer Seenland

An der B96, wo der Geierswalder See und der Senftenberger See dicht beieinander liegen, habe ich diese Radtour begonnen. In Kleinkoschen habe ich mein Auto geparkt, das Fahrrad klar gemacht und los gings.

Auf sehr gut ausgebautem Radweg geht es vorbei am Flugplatz Kleinkoschen in Richtung Geierswalder/Seedlitzer See. Hier, am Sornower Kanal, der noch nicht schiffbaren Verbindung dieser zweier aus Tagebauen angelegten Seen findet sich die Landmarke Lausitzer Seenland, der “Rostige Nagel”. Nachdem man die 163 Stufen dieses Aussichtsturms erklommen hat und sich in knapp 30 m Höhe befindet, hat man einen herrlichen Überblick über einen Teil des entstehenden Lausitzer Seenlandes, hier der Ausblick auf die drei angrenzenden Seen Geierswalder See, Seedlitzer See und Partwitzer See, in der Ferne sieht man die Kraftwerke Schwarze Pumpe, Jänschwalde und Boxberg.

Zwischen Seedlitzer und Partwitzer See radelt man weiter auf ca. 3-4 m breitem Asphalt, die Seen links und rechts immer mal wieder im Blick, entlang von Feldern und Wäldern und des Partwitzer Sees bis nach Partwitz.

Am nördlichen Ufer des Blunoer Südsees, hier kann man auf der anderen Seite gut beobachten, wie aus der ehemals Tagebau-Mondlandschaft eine Natur-Landschaft entsteht, wird Bluno erreicht. Von hier ab hinderten mich Verbotsschilder zwischen Blunoer Südsee und Sabrodter See und das Ende des Radwegs an der Weiterfahrt, hier musste ich kreativ werden und einen fahrbaren Weg zum Fortsetzen meiner Radtour finden. Man kann zwar erkennen, wo die Route weiter führen soll, der Weg allerdings war so sandig und es war auch nicht abzusehen, wie weit es ist, bis es wieder fahrbaren Untergrund gibt. 


Nun, ich habe einen gut fahrbaren Weg gefunden, auf Waldwegen ist die Seenland-Route nach ungefähr 5 km am Spreetaler See wieder erreicht. Zieht man hier den direkten Weg ab, bleiben vielleicht 2 km Umweg.

mitten durch
mitten durch

Wieder auf gutem Asphalt entlang des Spreetaler Sees wird Spreetal erreicht und abseits der ehemaligen Tagebaugebiete geht es über Burgneudorf, abwechselnd auf dem Radweg oder auf wenig befahrenen Straßen bis man den Spreeradweg erreicht, die Routenführung wurde hier von der Seenland-Route übernommen. Bei Ruhlmühle wird ein Nebenarm der Spree dann mit dem Fahrrad durchfahren. Von hier geht es ein gutes Stück entlang einer mäßig befahrenen Straße, der nebenlaufende Radweg ist aber gut ausgebaut, bis nach Boxberg. Linker Hand an der Straße, ein wenig abseits, findet man den aktiven Tagbau Nochten, bei der Länge dieser Radtour hatte ich für eine Besichtigung an dieser Stelle aber keine Zeit, einen Ausflug zum Tagebau habe ich an einem anderen Tag gemacht und fand es trotz der kleinen Katastrophe für die Natur unbedingt sehenswert und unheimlich beeindruckend.

Kurz vor Boxberg führt die Route noch durch den kleinen Ort Sprey mit der 1552 entstandenen Schrotholzkirche, die 1780 komplett renoviert wurde und so noch heute besteht.

Noch ein kurzes Stück die B156, natürlich auf begleitendem Radweg, entlang, Boxberg nur am Rande streifend, wird in Bärwalde und dem Bärwalder See die Lausitzer Seenkette wieder erreicht. An einem herrlich angelegten Sandstrand am Bärwalder See, noch dazu wenn es windig ist, so wie am Tag meiner Radtour, fühlt man sich hier wie Urlaub am Meer. Es fehlen nur die Muscheln im Sand und das salzige Wasser. Der See ist aber sehr sauber und sehr erfrischend. Durch den schon angesprochenen mäßigen bis starken Wind fehlen auch das “Meeresrauschen” und auch die Wellen nicht.


Weiter den Bärwalder See zur Hälfte umrundend, ungefähr in Höhe des Dürbacher Fliesses nutzt die Seenland-Route dann den Seeadlerrundweg, ab Uhyst (Spree) dann wieder den Spreeradweg. Von hier bis Rauden eine Teichlandschaft durchquerend geht es bis Drievitz, ab Höhe Mönau wieder auf dem Seeadlerrundweg, ein gutes Stück durch Wald, der Weg hier ist allerdings nur mäßig zu befahren. Auf diesem Stück durch den Wald war ich nicht allein, schon Spätnachmittag “unterhielten” sich links und rechts des Weges Wildschweine miteineinander, ganz wohl gefühlt habe ich mich hier nicht.

Auf ruhigen Straßen geht es weiter über Litschen, ab hier auch der Niederlausitzer Berbautour folgend, vorbei am Campingpark Silbersee, entlang der Koblenzer Straße bis nach Koblenz. Nein, wir sind jetzt nicht auf einmal am Rhein, wir befinden uns immer noch im Lausitzer Seenland. ;-)

für Ritterfestspiele   ;-)
für Ritterfestspiele ;-)

Entlang des Speichersees Knappenrode wird dann auch Knappenrode erreicht, die Tour führt direkt vorbei an der Energiefabrik Knappenrode. Die fast 100jährige Brikettfabrik kann besichtigt werden, mir fehlte an diesem Tag dazu leider die Zeit. Weiter durch Knappenrode, das sicherlich schon bessere Zeiten hatte, hier kann man noch ein bisschen Sozialismus erleben, geht es vorbei am Stadion “Knappenkampfbahn”, dann entlang der B96, natürlich auch wieder auf straßenbegleitendem Radweg, wird über Zeißig schließlich Hoyerswerda erreicht. 3/4 der Seenland Route sind jetzt absolviert. Entlang des Schwarze-Elster-Kanals, auch hier wird noch am Radweg der Seenland-Route fleißig gebaut, gehts bis zum Neuwieser See, ab hier nutzt die Seenland-Route die Tour Brandenburg. Wieder an der Lausitzer Seenkette führt die Tour am südwestlichen Ufer des Neuwieser Sees entlang, den Partwitzer See kurz im Blick und durch die Geierswalder Heide radelnd erreicht man den Geierswalder See. Hier zwangen mich Bauarbeiten zu einer Umleitung über Tätzschwitz, normal ist der Verlauf entlang des Geierswalder Sees. Die Umleitung führt über eine gut befahrene Straße, diesmal ohne Radweg, bis zur B96, hier, wo der Senftenberger See und der Geierswalder See eng beieinander liegen, endet diese Radtour in Kleinkoschen.


hier entsteht was Wundervolles
hier entsteht was Wundervolles

Wenn man mal bedenkt, dass das Gebiet Lausitzer Seenlandschaft vor Jahren noch ausgesehen hat, wie der Tagebau Nochten heute, dann ist bis heute, im Jahre 2012, schon soviel erreicht worden, das es Spass gemacht hat, dieses Stück wieder erstehende Natur auf meiner Radtour zu beobachten. Ganz sicher werde ich die Seenland-Route in einiger Zeit nochmal fahren, um zu erkennen, wie sich das, was ich hier im Jahre 2012 erlebt habe, weiter positiv verändert hat.


Bildergalerie von der Seenland Route